Du bist Schülerin und willst dich mit Finanzen beschäftigen? Hier erfährst du, wie du mit nur wenigen Schritten beginnen kannst, dich auf eine Zukunft ohne finanzielle Sorgen vorbereitest.
Stell dir vor: Du bist Mitte 20, stehst mit beiden Beinen im Leben – und hast keine Angst vor dem Thema Geld. Du weißt genau, was auf deinem Konto passiert, kannst dir deine Wünsche erfüllen und blickst entspannt in die Zukunft. Klingt nach einem Traum? Nein, das ist absolut erreichbar und hier lernst du die drei Angewohnheiten, die du dafür benötigst.
Und bevor du jetzt denkst: „Als Schülerin brauch ich mich nicht um Finanzen zu kümmern…“ – hier erfährst du weshalb für dich jetzt der beste Zeitpunkt ist!
In diesem Artikel zeige ich dir:
- Warum das Thema Finanzen ganz besonders für junge Menschen so wichtig ist
- Was du jetzt schon konkret tun kannst: Die drei wichtigsten Schritte zu einem selbstbestimmten Umgang mit Geld und finanziellen Sicherheit in der Zukunft
1. Warum Finanzen für Schülerinnen wichtig sind
Die meisten Menschen beschäftigen sich erst mit Geld, wenn es eigentlich schon zu spät ist, sprich wenn das Konto im Minus ist, wenn die Ratenzahlung nicht mehr zu stemmen sind, oder wenn plötzlich eine unerwartete Rechnung kommt und nichts auf dem Konto liegt, um sie zu bezahlen.
Gerade in unserer heutigen Gesellschaft ist es super einfach, Schulden zu machen, ohne es überhaupt richtig zu merken. Klarna, Paypal „später bezahlen“, Ratenkäufe – all diese Dienste geben dir das Gefühl: „Klar, gönn dir, zahl halt später.“
Aber sei gewarnt! Diese „später bezahlen“-Optionen wirken harmlos, bringen jedoch viele junge Menschen ganz schnell in die erste Schuldenfalle, oft, ohne zu verstehen, dass das richtige Schulden sind. Und das ist oft der Anfange eines nie endenden Teufelskreis.
Wenn du früh lernst, bewusst mit Geld umzugehen, gerätst du später nicht in solche Fallen. Wenn du klar weißt, was du willst und was du dir leisten kannst und kannst du all die Dinge erreichen ohne Schulden machen zu müssen. Du brauchst lediglich die notwendige Geduld und Umsetzung zu gutem Umgang mit Geld. Das Anpreisen von Schulden ist nur eines der vielen Fallstricken, die unsere Gesellschaft uns spannt auf unserem Weg zur finanziellen Sicherheit. Unsere Macht ist: Wissen! Wissen um die schlechten Angewohnheiten, die uns rund um das Thema Geld beigebracht und als Normal vermittelt werden.
Zeit ist Geld. Ob du Geld ansparst, oder bereits investierst für deine Zukunft, je mehr Monate und Jahre du dafür Zeit hast, desto einfacher ist es. Wenn du dein Sparziel über mehrere Monate verteilen kannst, musst du monatlich weniger zur Seite legen. Und auch als Schülerin kannst du den Endboss der Finanzen: Investieren, schon angehen. Warum Zeit bares Geld ist, erfährst du weiter unten.
2. Was kannst du als Schülerin jetzt tun?
Wenn du deine Finanzen auf den grünen Zweig bringen möchtest, dann befolge diese drei Schritte. Sie sind der Grundstein für finanzielle Sicherheit, erprobt von Menschen unterschiedlichster Länder, Alter und Gesellschaftsschichten. Das Beste an den Schritten: Du kannst sie problemlos jetzt schon als Schülerin anfangen!
📋 Schritt 1: Haushaltsbuch führen
Du bekommst Taschengeld oder hast einen Mini-Job? Perfekt. So bekommst du regelmäßig neues Geld mit dem du gut umgehen kannst. Aber auch wenn du keinen Job oder regelmäßiges Taschengeld bekommst kannst trotzdem jetzt starten, gut mit deinen Finanzen umzugehen. Starte mit dem Geld, dass du zu Geburtstag oder Weihnachten bekommen hast oder einem gelegentlichen Taschengeld.
Der erste Schritt für einen guten Umgang mit Geld dient dazu dir einen Überblick über dein Geld zu verschaffen. Denn wie willst du gut mit deinem Geld umgehen, wenn du gar nicht weißt, wie viel du hast? Für deinen Überblick ist ein Haushaltsbuch das beste Tool, um Klarheit zu schaffen.
Mach den Selbsttest:
- Weißt du, wie viel Taschengeld du im Monat bekommst? Weißt du, was du zu Weihnachten oder deinem Geburtstag an Geld geschenkt bekommen hast?
- Weißt du, wie viel du davon für Snacks, Streaming, Kosmetik, Geschenke oder Klamotten ausgibst?
- Und weißt du, wie viel am Ende jedes Monats und Jahres übrig bleibt?
Wenn du das alles nicht aus dem Kopf weist – kein Stress! Genau dafür habe ich eine kostenlose Haushaltsbuch-Vorlage für meine Leserinnen als Google Sheet zu Verfügung gestellt. Einfach in deine Google Drive kopieren, anpassen an deine Lebenssituation und loslegen.
Notiere wie viel Geld du aktuell hast als Einnahme und beginne ab jetzt zu notieren wofür du dein Geld ausgibst. Ob eine Brezel beim Bäcker, ein Pulli aus dem Laden oder neue Stifte für die Schule. Schon nach wenigen Wochen wirst du überrascht sein, denn oft geben wir viel mehr Geld für Kleinigkeiten aus, als uns bewusst ist. Du kannst in deinem Haushaltsbuch auch angeben, ob du den Kauf von deinem Taschengeld oder von dem Geld deiner Eltern bezahlt hast.
Wenn du regelmäßig dein Haushaltsbuch nutzt, lernst du automatisch dein Kaufverhalten und deine Einnahmen besser kennen. Das hilft dir, in späteren Lebenslagen dein Geld besser einzuteilen, um nicht in Engpässe zu geraten.
💰 Schritt 2: Deinen Notgroschen aufbauen
Ein Notgroschen, das ist ein kleiner Sicherheits-Polster für unerwartete Ausgaben. Das Wort „Groschen“ ist ein altes Wort für Goldmünze. Der Notgroschen ist also etwas Geld, welche du für Notsituationen aufhebst. Wenn du zum Beispiel aus Versehen den Pullover von deiner Freundin kaputt machst, kannst du mit deinem Notgroschen ihr einen neuen Kaufen. Der Notgroschen sorgt dafür, dass du in solche einer Notsituation keine Sorge haben musst, sondern vorbereitet bist und Handlungsspielraum hast.
Wie hoch sollte dein Notgroschen sein?
Die Höhe des Notgroschen wächst mit deinen Ausgaben mit, weshalb es in Ordnung ist, als Schülerin mit einem kleinen aber feinen Notgroschen zu starten. Für diejenigen mit Job oder festem Taschengeld gilt die Faustregel die Summe von 3 Gehältern oder Taschengeld. Wenn du kein festes Taschengeld erhälst: Ist 50€ ein sehr gutes Sparziel, so hast du schon ein guten Puffer für viele Szenarien. Klingt erstmal super viel? Gleich zeige ich dir, wie auch Du so viel ansparen kannst.
Wie baut man sich einen solchen Notgroschen auf?
Am Monatsende legst du alles Geld, welches du noch hast, beiseite. Diese Sparweise ist besonders für Schülerinnen geeignet, da du so motiviert bist, so zu haushalten, dass jeden Monat etwas übrig bleibt. Selbst wenn es nur 5 oder 10 Euro sind. Das Angesparte bildet dein „Notgroschen“. Es ist normal, dass es Monate oder gar Jahre dauert, bis dein Notgroschen angespart ist. Das Wichtigste dabei ist, dass du anfängst und jeden Monat ein kleinen Beitrag dazu gibst, denn solange du dich auf dein Ziel zu bewegst, kannst du es nicht verfehlen.
Für fortgeschrittene Sparerinnen: Leg deinen Notgroschen nicht einfach in die Spardose oder Sparbuch, sondern auf ein Tagesgeldkonto wo du jederzeit darauf zugreifen kannst. Denn heute kann man für Geld, welches man bei der Bank hinterlegt, Zinsen bekommen.
📈 Beispiel aus meinem Leben:
Ich habe mein Tagesgeld aktuell bei Trade Republic, wo ich Stand Juli 2025 2 % Zinsen bekomme. Für 100 € bekommst du da im Jahr 2 € „geschenkt“ – und je mehr du sparst, desto größer wird dieser Zinseffekt.
Bitte deine Eltern ein solches Tagesgeldkonto in deinem Namen zu eröffnen, wenn sie das nicht schon für dich getan haben. Vielleicht erklären sie dir auch, wie sie selbst sparen – das kann super spannend sein!
🪴 Schritt 3: Investieren als Altersvorsorge – klingt weit weg, ist aber dein Gamechanger!
Klar, Rente klingt für dich als Schülerin vielleicht noch wie etwas für sehr, sehr alte Menschen. Aber ich verspreche dir: Je früher du startest, desto einfacher ist es, denn Zeit ist Geld. Denn Investieren bedeutet, dass du dein Geld an jemand anderes verleihst und Geld für das Ausleihen bekommst. Sozusagen als Mietgebühr.
Warum ist das frühe anfange mit Investieren so mächtig?
Das liegt am sogenannten Zinseszinseffekt. Wenn du jung anfängst, investiertes Geld anzulegen (zum Beispiel über einen ETF-Sparplan), dann wächst dein Geld nicht nur durch neue Einzahlungen – sondern es „arbeitet“ für dich, indem du Zinsen auf deine Zinsen bekommst. Die Mietgebühr, welches du für dein Geld bekommst, wird auch wieder investiert, also bekommst du jetzt auch Mietgebühr für bereits gezahlte Mietgebühren.
Wie kannst du mit dem Investieren beginnen?
Sobald du deinen Notgroschen fertig angespart hast, kannst du nun loslegen mit dem Investieren. Anstatt am Ende des Monats das übrige Geld zur Seite zu legen, legst du beim Investieren ein festen Betrag an Geld zur Seite, sobald du es erhälst. Wenn du also 20€ am ersten Tag im Monat an Taschengeld bekommst, kannst du zum Beispiel 5€ davon einplanen zu investieren.
Wichtig ist, dass du dir vor dem Beginn mit Investieren auch der Risiken davon bewusst bist. Je nachdem in was du investierst, kannst du hierbei auch Verluste machen. Investiere als nur Geld, welches du übrig hast, also nicht darauf angewiesen bist, es in nächster Zeit wieder zu bekommen.
Für das Investieren benötigst du die Unterstützung eines Erwachsenen. Bitte deine Eltern, deinen festgelegten Anteil des Taschengeldes oder Job-Geldes dir nicht bar auszuzahlen, sondern direkt per Sparplan zum Beispiel in einen ETF einzuzahlen.
Dafür benötigst du:
- Ein Depot
- Ein ausgewählten ETF
- Ein Sparplan
Auf diesem Blog findest du Informationen und Beispiele für alle drei dieser Punkte.
Wenn du mehr darüber wissen willst, wie gigantisch der Unterschied sein kann, wenn du schon mit 17 statt erst mit 25 zu sparen anfängst, lies unbedingt diesen Artikel: [Link zu einem weiteren Artikel einfügen, z. B. „Der Zinseszinseffekt erklärt für Einsteigerinnen“]
Starte nun als Schülerin mit dem Investieren und erlebe an deinem eigenen Geld, wie der Wert mit der Börse steigt und fällt. Diese Schwankungen gehören dazu, sind aber nicht einfach auszuhalten. Die gute Nachricht: Übung macht Meisterinnen!
Viele junge Menschen fühlen sich bei Finanzthemen unsicher – das liegt zum Beispiel daran, dass Geld lange ein Männerthema war, aber das ändert sich. Und Du bist ab jetzt ein Teil davon!
Wenn du die 3 Schritte befolgst, wirst du bald:
- Genau wissen, was auf deinem Konto passiert
- Wünsche umsetzen oder in Notfällen reagieren, ohne jemand anderen um Geld bitten zu müssen
- Rücklagen Aufbauen – für deine Träume, deine Freiheit und deine Sicherheit im Alter
„Früher dachte ich, Geld ist einfach nur zum Ausgeben da. Jetzt sehe ich es als Werkzeug. Ich hab mein erstes kleines Polster aufgebaut – und fühle mich plötzlich richtig stark.“
Genau das wünsche ich dir auch, auch als Schülerin hast du alle Möglichkeiten die notwendigen Angewohnheiten zu erlernen. Wenn du dann nach der Schule in das Erwachsenenleben startest, bist du schon erfahren und gehst Fallstricken der schlechten Vorbilder wie Kaufe Jetzt, zahle Später, nicht auf den Leim. Es steht deiner finanziellen Stabilität in der Zukunft nichts im Wege.
Du musst nicht warten, bis du volljährig bist, einen Job hast oder viel Geld verdienst. Finanzielle Selbstbestimmung beginnt im Kopf – und mit ein paar kleinen Gewohnheiten.
5. Deine Mini-Action-Plan für 4 Wochen
Du bist motiviert, jetzt gute Grundsteine für deine finanzielle Zukunft zu legen? Dann befolge diesen Mini-Action-Plan für 4 Wochen und du wirst sehen, dein Blick auf das Thema Finanzen wird sich wandeln.
✅ Lade dir die kostenlose Haushaltsbuch-Vorlage herunter
✅ Schreibe alle Einnahmen und Ausgaben auf – einen Monat lang
✅ Prüfe am Monatsende, ob du Geld übrig hast
✅ Sprich mit deinen Eltern über ein Tagesgeldkonto
✅ Lies dich ins Thema „Investieren für Anfängerinnen“ ein – z. B. auf diesem Blog!
Fazit: Du kannst heute anfangen, deine finanzielle Zukunft zu gestalten
Mit einem Haushaltsbuch, einem kleinen Notgroschen und dem Mut zu Investieren sowie dich mit Geld auseinanderzusetzen, hast du schon als Schülerin etwas geschafft, was viele Erwachsene nie erreichen!
Du bist jung. Du bist klug. Und du hast das Zeug dazu, finanziell unabhängig zu werden. Und wenn du Fragen hast, kannst du mir immer eine E-Mail schreiben und ich helfe dir gerne weiter.
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Bleib mutig & money-smart,
Miri
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